Courtesy of AppleGestern um 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit war es so weit: Das lang erwartet Apple iPad wurde vorgestellt.

Natürlich saß ich zu diesem Zeitpunkt vor meinem MacBook und habe mehrere Liveticker aufmerksam verfolgt um wirklich jede Information zu bekommen. Als dann heute morgen die Aufnahme der Keynote online ging, wurde natürlich auch diese ausgiebig analysiert. Ich werde jetzt aber nicht damit beginnen die zahlreichen Features aufzuzählen, denn das könnt ihr auch an anderer Stelle nachlesen: Hier oder direkt bei Apple. Meine Ziel ist es, die Features und Verwendungsmöglichkeiten der Keynote auseinander zu nehmen, zu loben und zu kritisieren.

Ich habe schon vor der Keynote viele Stimmen gehört, die fragten wozu man das iPad überhaupt brauch. Steve Jobs hat das sogar höchst persönlich erklärt: Es gibt Tätigkeiten, die es besser kann als das iPhone und ein MacBook. Dazu gehören seiner Meinung nach: Surfen, Email, Fotos, Video, Musik, Spiele, eBooks.  Also fang ich mal an:

Surfen:

Es steht außer Frage, dass das Surfen mit dem iPad besser ist als auf dem iPhone, aber kann es auch mit einem Mac mithalten? Meiner Meinung nach schon, denn für das reine Surfen brauche ich keine Hardware-Tastatur und mit Fingern lässt sich wesentlich natürlicher navigieren als mit einer Maus. Zudem habe ich das Internet direkt in meiner Hand und kann es überall hin mitnehmen: Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche, Bad, zur Arbeit und zu Freunden. Klar, das kann ich mit meinem Macbook auch, aber nicht so leicht. Zwei Beispiele:

Ich möchte etwas kochen und suche mir ein Rezept aus dem Internet. Mit meinem Macbook würde ich das Rezept ausdrucken und könnte nur auf den Text zurück greifen, weil ich nicht meine Tastatur verschmutzen will und auch nicht genug Platz in der Küche habe. Das iPad stelle ich einfach hin und fertig. Wenn es dreckig wird, dann nur das Glas, welches in wenigen Sekunden sauber gewischt ist.

Wenn ich zu Freunden gehe, dann brauch ich für mein Macbook entweder einen Rucksack oder meine MacBook-Tasche, die allerdings kaum Platz für andere Dinge lässt. Das iPad dagegen ist grade mal so groß wie eine Zeitschrift und passt in fast jede Tasche noch zusätzlich rein.

E-Mail:

E-Mail bedeutet schreiben und lesen. In beidem schlägt das iPad das iPhone durch sein größeres Display. Das MacBook hingegen steht dem iPad dort in Nichts nach, sondern setzt eher noch einen drauf. Also geht es jetzt um die Texteingabe, in der die physische Tastatur, und damit das MacBook, weiterhin ungeschlagen bleibt.

Fotos:

Wenn ich früher Fotos angeguckt habe, dann hatte ich etwas in der Hand, dass ich durchblättern konnte. Genau das wird mir jetzt endlich wieder von den Touch-Geräten geboten, womit das MacBook jetzt schon aus dem Raster fällt. Nun fällt mir auch die Entscheidung zwischen iPhone und iPad auf Grund der Displaygröße nicht schwer, denn ich will die Bilder auch im Großen vollständig sehen und nicht erst ewig zoomen müssen. Weitere Vorteile des iPads gegenüber seinen Konkurrenten liegen klar auf der Hand:

  • für Gruppen kann ich es auch aufstellen und eine Präsentation ablaufen lassen
  • es ist kleiner und handlicher als ein MacBook, wodurch man es auch mal weitergeben kann
  • mit Dock kann man es als elektronischen Bilderrahmen verwenden

Video:

Beim Thema Video schwanke ich zwischen dem MacBook und unserem heiß begehrten iPad, denn das iPhone fällt wiedermal durch die mangelnde Displaydiagonale aus der Konkurrenz. Zwar können es beide Geräte nicht mit einem klassischen Fernseher aufnehmen, aber um alleine mal einen Film zu gucken, reicht es allemal. Doch genau da nehmen sich die beiden nicht viel, denn obwohl das MacBook den größeren Bildschirm besitzt, kann das iPad durch die Möglichkeit des Hinlegens und die schlichtere Hülle punkten. Da sich aber beide Geräte hinstellen lassen, gibt es hier ein eindeutiges Patt.

Musik:

Musik kann man sehr kurz machen, denn da hat das iPad schon beim Start hoffnungslos verloren, da die Gegner einfach zu stark sind. Das iPhone hat einen echten mp3-Player integriert und ist klein. Das MacBook hat die besseren (wenn auch immer noch recht schlechten) Lautsprecher und es existiert meist zu Hause auch ein externes Soundsystem, dass dann auf die gesamte Musiksammlung zugreifen kann.

Spiele:

Courtesy of AppleBei den Spielen ist es sicherlich Geschmackssache welches Eingabegeräte und Genres man bevorzugt. Jedoch hat sich das MacBook noch nicht als Spieleplattform etabliert, wodurch sich der Kampf eher zwischen iPhone und iPad entscheiden wird. Durch die Möglichkeit alle iPhone Apps zu benutzen besitzt das iPad einen starken Vorteil und wird sich mit den zusätzlich möglichen Genres, wie Strategiespiele, gegen das iPhone durchsetzen können. Ich persönlich freue mich jetzt schon drauf.

eBooks:

Bei den eBooks liefert das iPad einen klaren Durchmarsch, denn abgesehen von den mangelnden Beschaffungsmöglichkeiten für eBooks auf den anderen Plattformen ist das Display des iPhones viel zu klein und das MacBook zu klobig. Mit dem iPad hat man dagegen die Möglichkeit sich unterwegs hinzusetzen und in einem annehmbaren Format zu lesen. Ob es wirklich gut funktioniert, das werden wir wohl erst in 2 Monaten wissen.

Kritik:

Bei allem Nutzen ist das iPad noch lange nicht perfekt und so sind mir natürlich mehrere Mängel aufgefallen:

  • Wenn wir mit dem iPad Videos gucken sollen, warum bekommen wir dann maximal 64 GB Speicher? Ich will mindestens das doppelte, damit ich auch eine wenig Auswahl habe.
  • Wir bekommen nicht mehr Speicher, okay. Aber warum bekommen wir dann denn keinen SD-Karten Slot? Dann könnte ich beliebig viel Speicher mitnehmen.
  • Wo ist das Multitasking? Ich will auch chatten können, während ich surfe und mein Magazin bestaune.
  • Warum sollen wir für 3G 130$ extra bezahlen? Das ist doch extrem unverhältnismäßig.
  • Handschrifterkennung wäre nicht schlecht gewesen, damit ich mit meinem Finger schreiben kann. Aber erstmal sehen ob die Tastatur vllt. gut genug ist.
  • Ich hätte gerne noch mehr Schnittstellen wie zum Beispiel Infrarot um mein iPad als Universalfernbedienung nutzen zu können.

Fazit:

Das iPad ist der erste Schritt in die richtige Richtung und wird wahrscheinlich genauso wie das iPhone ab der 2. Generation einen entsprechenden Boom auslösen. Bis dahin freue ich mich erstmal über mein baldiges iPhone der 4. Generation und mein treues MacBook.

In einem Jahr und drei Monaten sieht man sich dann hier zum Test meines neuen iPads.

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